Das Beratungsgespräch am Ort der Schule

Ein Anlaß für den Besuch der Blindenführhundschule ist das persönliche Beratungsgespräch. Die Mehrheit der Besucher der Blindenführhundschule möchte nicht nur eigene Fragen klären und den Führhundtrainer persönlich kennenlernen. Es gibt auch ein berechtigtes Interesse zu erfahren, wie und wo die Hunde während ihrer Ausbildungszeit leben.

Das Beratungsgespräch ist unverbindlich und gratis. Es dauert eine bis zweieinhalb Stunden, je nachdem, wie viele Fragen ein Interessent mitbringt.

Die Terminfindung

Die erste Kontaktaufnahme eines Führhund-Interessenten erfolgt telefonisch oder per eMail. Dabei werden zunächst die wesentlichen Fragen geklärt. Zeichnet sich nun ab, daß in absehbarer Zeit eine Zusammenarbeit für beide Parteien vorstellbar ist, wird im nächsten Schritt ein Termin für das Beratungsgespräch am Ort der Schule vereinbart.

Zunächst wird geklärt, an welchen Wochentagen der Besucher und ggf. seine Begleiter bevorzugt anreisen wollen oder können. Dann schlage ich zwei oder drei Termine zur Auswahl vor. Der Interessent trifft seine Wahl und teilt mir den Wunschtermin mit.

Die ideale Ankunftszeit für einen Besuch der Blindenführhundschule liegt zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr. Die Hunde haben einige Fixpunkte in Ihrem Tagesablauf, die auch an Feiertagen und Wochenende eingehalten werden möchten. Aus Sicht der Vierbeiner dürften die Fütterungen und die Spaziergänge die Glanzlichter des Tages sein. Bei einem Zeitrahmen von bis zu drei Stunden kommen so weder die Hunde zu kurz, noch fehlt es an der nötigen Ruhe für das Beratungsgespräch.

Der Besuchstag aus Sicht der Hunde

Damit die Gäste in Ruhe und das Haus betreten können, positioniere ich die Hunde, die sich sonst frei im Haus bewegen dürfen, zur erwarteten Ankunftszeit in den Privaträumen im Obergeschoß. Die Vierbeiner kennen das Prozedere und sind in positiver Erwartung, wenn sie fremde Stimmen im Haus hören. Bereits von früheren Besuchern wissen sie, daß an solchen Tagen freundliche und aus ihrer Hunde-Sicht interessante Leute ins Haus kommen.

Der Ablauf des Treffens

Nachdem die Führhund-Interessenten gut angekommen sind, bestimmt der Verlauf unseres Gespräches, zu welchem Zeitpunkt die Hunde dazukommen. Einige Besucher können es kaum abwarten, die Vierbeiner kennenzulernen, andere schätzen die Möglichkeit zunächst die wichtigsten Fragen zu klären. Sind die Hunde erst mal dabei, verliert das Gespräch oft seinen roten Faden und springt spontan von einem Thema zum anderen. Sobald es zu unserem Gespräch paßt, hole ich die Hunde nacheinander zu uns, so daß es kein Gedränge gibt und jeder einzelne begrüßt werden kann.

Wenn das Wetter und die Straßenverhältnisse es zulassen, können wir ein Stück mit einem der Hunde spazierengehen. Dabei können die Besucher den Freilauf des Hundes erleben, und wie ein Hund sich dabei allgemein gibt und reagiert. Ein kurzer Gang mit einem Hund im Führgeschirr ist meistens auch möglich. Allerdings ist es unter diesen Umständen kein selbständiges Arbeiten des Hundes, so wie wir es im Einarbeitslehrgang anstreben. Hund und Mensch sind bei einem einmaligen Probegang einander fremd und sie beide haben dabei nicht ausreichend Gelegenheit, ein gemeinsames Arbeiten zu entwickeln. Aber dennoch ist so ein erster Eindruck vielleicht ganz interessant.