Die nächsten Schritte:
Von der Idee zur Verwirklichung, oder zum Verzicht

Die Entscheidung für einen Blindenführhund ist eine sehr individuelle Frage. Das Leben wird sich mit dem Hund in vieler Hinsicht ändern, so daß vorher auch unterschiedliche Punkte zu klären sind.

Neben der Entlastung durch die Führleistung des Hundes, bringt er auch eine Reihe eigener Bedürfnisse mit, die vom Führhundhalter erfüllt werden müssen. Damit Hund und Halter ein gutes Gespann werden, müssen beide intensiv zusammenarbeiten, was vom Führhundhalter neben der artgerechten Tierliebe auch Lernbereitschaft, Mitdenken, Durchsetzungsvermögen und Ausdauer verlangt. Wenn man davon ausgeht, daß diese intensive Phase 6 bis 12 Monate nach Abschluß des Einarbeitslehrgangs dauern kann, und darüber hinaus während des ganzen Hundelebens an der Beziehung und dem Erfolg des Gespanns gearbeitet werden muß, sollte der Interessent sich vor der Anschaffung des Hundes darüber Gedanken machen, ob er diese nicht zu unterschätzende Aufgabe für die nächsten 10 bis 12 Jahre selbst übernehmen will und kann.

Als Preis für den Gewinn an Mobilität muß der bisherige Tagesablauf wahrscheinlich etwas umgestellt werden: die notwendigen Spaziergänge können sowohl eine willkommene Erholungspause, als auch eine unpassende Pflicht sein und es muß dazu, ebenso wie für die Fellpflege, zusätzliche Zeit investiert werden. In der Wohnung und im Auto braucht der Hund einen eigenen Platz, auf Reisen müssen Sie das Zubehör für den Hund mit einplanen. Haare, Schmutz und Geruch sind auch nicht jedermanns Sache (Freundeskreis ...?) und vieles mehr!

Ein Fragenkatalog als Leitfaden

Grundsätzlich kann man folgende Reihenfolge als allgemeingültig betrachten:

  • Sich mit der Familie oder den im Haushalt lebenden Personen über die Anschaffung des Hundes einigen, ggf. Allergiker überprüfen und den Arbeitgeber und den Wohnungseigentümer informieren.
  • Informieren: Was kommt als Führhundhalter auf mich zu
    und kann ich die anfallenden zusätzlichen Aufgaben unterbringen und bewältigen?
  • Wo soll der Hund untergebracht werden? (Keine Zwingerhaltung)
  • Wo führe ich den Hund
    aus und fühle ich mich dort auch zu verschieden Zeiten wohl (unterschiedliche Wochentage, unterschiedliche Uhrzeiten)?
  • Welcher Hund-Typ soll es sein und paßt er auch zu mir?
    Welche Unterschiede gibt es?
  • Was erwarte ich von dem Hund, welchen Vorteil bringt mir ein Blindenführhund, wo sind seine Grenzen?
    Stehen Aufwand und Gewinn im richtigen Verhältnis zueinander?
    Bin ich bereit, die Nachteile immer in Kauf zu nehmen?

Hineinschnuppern in das Führhundhalter-Dasein

Es sollten alle Fragen zufriedenstellend beantwortet werden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Obwohl es möglich ist: Einen eigenem Blindenführhund „probiert man nicht leichtfertig mal eben aus und gibt ihn dann wieder weg!”, indem ein ernsthaftes Interesse vorgetäuscht und alles zur Versorgung in die Wege geleitet wird. Das ist der Führhundschule, dem Hund, den anderen Interessenten und der Krankenkasse gegenüber nicht fair.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Hund die richtige Entscheidung für Sie ist, sprechen Sie mich an! Es gibt Möglichkeiten zum Probetraining oder zum Testspaziergang mit meinen Hunden. Im kostenlosen Beratungsgespräch können Sie bereits einen ersten Eindruck gewinnen. Wenn Sie darüber hinaus an einem Probetraining oder Schnupperkurs teilnehmen möchten, erstelle ich ein Angebot nach dem von Ihnen gewünschten Umfang.

Die Auswahl der Schule und der Antrag beim Kostenträger

Wenn nach allen Überlegungen alle Zweifel beseitigt sind, wird es Zeit, den „bürokratischen Weg” zu beschreiten:

  • Arzt aufsuchen (Rezept / Verordnung über einen Blindenführhund ausstellen lassen);
  • Kontakte zu verschiedenen Schulen herstellen;
  • Schulen, Trainer und Hunde besichtigen;
  • Vor- und Nachteile des Führhundes allgemein und der Rassen erklären lassen;
  • Kostenvoranschlag der in Frage kommenden Schule anfordern und einreichen.

Sobald die Kostenübernahmezusage der Krankenkasse vorliegt, steht der Reservierung eines Ausbildungsplatzes und der Auswahl eines bestimmten Hundes nichts mehr im Weg. Dann bleibt nur noch, auf das Ende seiner Ausbildung zu warten, damit die gemeinsame Zukunft begonnen werden kann.