Übung macht den Meister

Die Ausbildung der zukünftigen Blindenführhunde ist in viele kleine Lernziele unterteilt, die zusammengesetzt und im regelmäßigen Training den Hund auf seine Aufgabe vorbereiten. Nach unzähligen Wiederholungen aller Übungen in einer Vielzahl unterschiedlicher Situationen und Kombinationen während einer Zeitspanne von etwa sieben bis neun Monaten werden die Hunde bei ihrer Aufgabe sicher und achten dann auf mehr Details, als dieses menschliche Führer oft tun.

Parallel zur Führarbeit findet während der gesamten Ausbildungszeit auch Gehorsamstraining und - ganz nebenbei - Wohnungserziehung statt.

Die Ausbildung zum Blindenführhund

Ich beginne mit der Führhundausbildung, wenn der Hund etwa 14 bis 18 Monate alt ist, je nach Temperament und Naturell. Die erwachsen angekauften Tiere leben zuvor über einen längeren Zeitraum „auf Probe” bei mir, damit ich sie auf ihre Eignung zum Blindenführhund überprüfen kann und sie sich auf mich einstellen können.

Die Hunde aus den Patenfamilien kennen mich schon durch die Betreuung und Zusammenarbeit mit den Paten während des ersten Jahres. Daher kann ihre Eingewöhnungsphase meistens etwas kürzer ausfallen. Die gesamte Führleistung meiner Hunde ist an das Führgeschirr geknüpft. Ohne das Geschirr unterscheiden sie sich nicht von anderen Hunden!

Aller Anfang ist schwer:

  • das ungewohnte Führgeschirr
  • als erster vorweg- und losgehen (war dieses doch an der Leine immer verboten)
  • geradeaus laufen, ohne zu Schnüffeln
  • Wege suchen, auf denen Mensch und Hund ungehindert und gefahrlos (was ist „gefahrlos” ??) laufen können
  • zu lernen, was Ampeln, Treppen, Bänke, Ein- und Ausgänge sind
  • rechts von links zu unterscheiden und noch einiges mehr!