Leitbild zur Hundehaltung und zur Hundeausbildung

Wir Menschen suchen uns Hunde aus und holen sie in unser Leben. Damit übernehmen wir die Verantwortung für ihre Lebensbedingungen. Zu den Aufgaben für eine artgerechte Haltung gehören:

  • Die Grundversorgung
    (angemessene Ernährung, Körperpflege, Auslauf, Sozialkontakte zu Menschen und Artgenossen, Anbieten verschiedener Umweltreize und Einhalten von Ruhezeiten, eine saubere und artgerechte Unterbringung)
  • Heilbehandlung (auch vorbeugende Maßnahmen) zum Erhalt der Gesundheit
  • Grunderziehung zur Integration in den menschlichen Lebensraum
  • Realistische Aufgaben und Erwartungen

Die Arbeit als Blindenführhund folgt den genannten Grundvoraussetzungen nach. Sie ergänzt die Basis, nicht umgekehrt.

Chefsache

Wie die Führhundausbildung werden alle Aufgaben rund um die Betreuung der Hunde während ihres Lebensabschnittes in der Führhundschule Ute Luhmann von der Chefin selbst übernommen. Lediglich während Abwesenheitszeiten (z.B. beim Einarbeitslehrgang am Wohnort eines Führhundhalters) übernimmt eine den Hunden bereits gut bekannte und geschulte Person deren Aufsicht und Betreuung.

Das Luhmann-Rudel besteht im Durchschnitt aus drei bis maximal sechs Hunden im Alter zwischen 8 Wochen und zur Zeit neun Jahren. Sie leben mit im Familienverband und dürfen sich im Haus frei bewegen. Neben dem Training werden die Hunde dreimal täglich bei verschiedenen Wetter- und Lichtverhältnissen in Gruppen von zwei oder drei Hunden spazierengeführt. Dabei können sie sich im Freilauf in einer dazu geeigneten Umgebung (Feldwege, Waldwege, gelegentlich auch am Wasser) bewegen und ihren hundlichen Interessen nachgehen.

Bei einer reinen Wohnungshaltung ergibt sich schon im Interesse der menschlichen Bewohner automatisch eine gewisse Routine bei der Körperpflege. Die Hunde kennen es, bei zu starker Verschmutzung die Pfoten (oder mehr) mit klarem, warmen Wasser gereinigt zu bekommen. Ein Schaumbad ist allerdings nur selten erforderlich. Die weitere Fellpflege fällt je nach Hunderasse und Bedarf unterschiedlich aus.

Nach dem Training und den Spaziergängen haben die Hunde ausreichende Ruhezeiten. Dabei wird besonders darauf geachtet, daß alle Phasen (Länge und Gestaltung des Spaziergangs, des Training und der notwendigen Pausenzeit um die vielen Unterrichtseindrücke zu verarbeiten) dem Alter des Hundes und seinem Ausbildungsstand entsprechend angepaßt sind.

Zu den regelmäßigen Übungen gehören Vorbeugemaßnahmen gegen innere und äußere Parasiten. Bei Tierarztbesuchen wird außer dem Hund, der gerade behandelt werden muß, meistens ein weiterer gesunder Hund mitgenommen. So machen die Hunde einerseits die Erfahrung, daß ein Tierarztbesuch nicht immer unangenehm sein muß, andererseits überträgt sich die Gelassenheit eines erfahrenen Hundes in dieser Situation auch auf die Junghunde.