Die häufigsten Fragen und Irrtümer

Typische Fragen und Vermutungen
(von Passanten, die uns beim Training beobachten)

  • „Kann ich in Ihrer Schule den Beruf des Blindenführhundtrainers erlernen?”
    Es gibt zur Zeit das offiziell anerkannte, einheitliche Berufsbild „Blindenführhundtrainer” in Deutschland nicht, und damit auch keine Stelle, wo man diesen Beruf als Lehrberuf im üblichen Sinne erlernen kann. Inzwischen gibt es an verschiedenen Stellen im Land Bestrebungen, für den Beruf des Hundetrainers einen grundsätzlichen Rahmen und Qualitätsstandards zu entwickeln.
    Mein Betrieb ist zu klein, um Mitarbeiter oder Praktikanten zu beschäftigen, daher muß ich Anfragen immer ablehnen. Aber es gibt auch größere Schulen, bei denen sich die Anfrage für Interessenten lohnt.
  • „Wie kann ich Patenfamilie werden?”
    Da ich nur eine kleine Schule bin, benötige ich auch nur eine begrenzte Anzahl an Patenfamilien. Ich arbeite seit vielen Jahren mit denselben erfahrenen Paten zusammen. Trotzdem kommt es gelegentlich vor, daß ein Patenplatz frei wird. Fragen Sie einfach per eMail an.
  • „Den Blindenführhund kannst Du ruhig streicheln! Der darf nicht beißen, das wurde ihm abtrainiert.” (So ermunterte eine junge Frau das Kleinkind in ihrer Begleitung)
    Falsch! Einen Blindenführhund im Dienst (daran zu erkennen, daß er ein Führgeschirr trägt und seinen Führhundhalter im Straßenverkehr führt) darf man weder locken, streicheln noch auf eine andere Art ablenken. Er ist auch nur ein ganz normaler Hund und wird auf Ablenkungen reagieren. Der Führhundhalter muß den Hund dann korrigieren. Abgesehen davon bringen Sie das Gespann unter Umständen in Gefahr. Weiter bleibt zu sagen: Auch ein Blindenführhund kann beißen, ihm wurde so etwas nicht abtrainiert. Auffällige Hunde kommen jedoch nicht in die Ausbildung.
  • „Der Hund kann rot von grün unterscheiden!”
    Falsch! Der Hund sucht nur den Ampelmast. Er schaut nicht nach den Signalen. Der Führhundhalter überprüft akustisch, ob der Verkehr steht oder fließt, und entscheidet dann, wann er die Straße überquert. Autofahrer, die hupen oder die Lichthupe einsetzen, helfen dem Führhundhalter nicht (das gilt auch für alle anderen Straßenüberquerungen). Kein Führhundhalter weiß, ob das Hupen ihm galt, oder einen anderen Grund hatte und kann daher einen solchen Hinweis nicht verwerten.
  • „Der Hund darf niemals ohne Leine laufen!”
    Falsch! Die Grundversorgung des Hundes muß gewährleistet sein, dazu gehört auch der Freilauf des Hundes. Der Führhundhalter bewegt sich während dieser Zeit mit Hilfe seines weißen Stockes, einer sehenden Begleitung oder bei einem vorhandenen Sehrest oder in vertrauter Umgebung ohne sichtbare Hilfen. Dabei kontrolliert er seinen Führhund akustisch, denn der Hund trägt ein Glöckchen am Halsband.